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Die Geschichte des Fußballs beim TSV Kusterdingen
Seit ihrer "Wiederauferstehung" im Jahr 1927, haben die Fußballer auf allen möglichen Sportplätzen (nur unterbrochen von 1939 - 1945/46) ihrem Hobby gefrönt.
Wenn man in Kusterdingen vom aktiven Fußball spricht, muss man im gleichen Atemzug den Namen Eugen Raiser erwähnen. Er war es, der 1927 die fußballfreudigen Vereinsmitglieder um sich scharte und das Spiel mit dem runden Leder, das er bisher bei den SF Tübingen und vor allem beim, in die höchste württembergische Fußballklasse aufgestiegenen, SV Wannweil ausübte, wieder in seinem Heimatort haben wollte.
Der erste richtige Höhenflug setzte in der Saison 1938/39 ein, wo man die jeweiligen Gegner in der damaligen Kreisklasse zumeist zweistellig abkanzelte. Zwar wurde man in der Tübinger Staffel mit deutlichem Vorsprung Meister, doch vor dem Aufstieg in die nächsthöhere Staffel, die Bezirksklasse, musste man gegen den Reutlinger Meister, die TG Gönningen, zwei Aufstiegsspiele austragen. Unter widrigsten Witterungs- und Platzverhältnissen wurde am Fuße des Roßbergs mit 2:4 verloren, dann zwar das Rückspiel mit 1:0 gewonnen, doch das bessere Torverhältnis gab für die Gönninger Akteure den Ausschlag.
Meistermannschaft von 1938/39
Hintere Reihe: Vorstand Albert Ott, Gottlob Jung, Gottlob Lumpp, Georg Ott, Eugen Ott, Eugen Raiser, Christian Friesch, Christian Keinath, Johannes Braun, Georg Wetzel, Reinhold Raiser.
Vordere Reihe: Albert Ott, Karl Friesch, Ernst Schwarz, Bernhard Raiser, Reinhold Oppenländer.
Gespielt wurde damals auf dem Sportplatz an der Markt-/Jahnstraße. Das einst völlig unebene Gelände wurde in den Jahren 1930/31 verbessert, wobei rund 500 Meter Erde mittels einer Rollbahn abgetragen und an anderer Stelle verwendet wurden. Viele damals arbeitslose Mitglieder des Vereins haben dabei gegen einen geringen Stundenlohn mitgearbeitet.
Ein Höhepunkt im fußball-sportlichen Geschehen unserer Gemeinde war der Besuch von Sportkameraden aus der Schweiz im Jahr 1937. Der FC Wallisellen bei Zürich war der Gast, der der höchsten schweizerischen Fußballklasse angehörte und dessen Gage die damals beachtliche Summe von 200,- RM ausmachte. Vielleicht hatten die Eidgenossen noch den zünftigen Kameradschaftsabend vom Samstag, wo ihnen u.a. das schwäbische Nationalgetränk recht gut mundete, in den Beinen, jedenfalls hieß es nach 90 Minuten 4:2 für die einheimische Elf. Zum ein Jahr später geplanten Gegenbesuch kam es leider nicht, da Auslandsreisen, selbst in die benachbarte Schweiz, wegen der sich ständig verschlechternden politischen Lage nicht mehr genehmigt wurden.
1946 spielte unsere Mannschaft in der damaligen Kreisklasse Tübingen zusammen mit Derendingen, Dettenhausen, Häslach, Kirchentellinsfurt, Lustnau, öschingen, Ofterdingen und Pfrondorf mit eigentlich gutem Erfolg. Aufstiegsmöglichkeiten gab es allerdings in den auch im Fußball herrschenden Nachkriegswirren nicht. Die TG Gönningen, der Qualifikationssieger von 1939, wurde nach dem Krieg gleich in die Bezirksklasse eingestuft, sicher ein Erfolg der damaligen Begegnungen. In der Saison 1946/47 war Kusterdingen nach Beendigung der Verbandsrunde mit dem SV Pfrondorf, gegen den es "riesige" Lokalkämpfe mit allem Für und Wider gab, punktgleich, doch das dann notwendig gewordene Entscheidungsspiel wurde auf dem neutralen Platz in Derendingen mit 1:4 (l:l) verloren, womit der Traum des Aufstiegs erneut ausgeträumt war. Dieser gelang dann aber doch in der Saison 1952/53 mit der nachstehend abgebildeten Meistermannschaft.
Meistermannschaft von 1952/53
Hintere Reihe: Vorstand Ernst Schwarz, Wilfried Kaiser, Reinhold Oppenländer, Adolf Rebmann, Rudolf Haug, Georg Nerz, Jakob Huber, Gustav Ott, Günter Weiß, Eugen Rümmele
Vordere Reihe: Wilfried Bader, Rudi Pregizer, Kurt Grauer
Leider war die Freude über das Erreichen der nächsthöheren Spielklasse nicht von langer Dauer, denn schon nach einjähriger Zugehörigkeit musste die damalige A-Klasse (heutige Bezirksliga) wieder verlassen werden. In der Vorrunde konnte die Mannschaft mithalten, doch verletzungsbedingte Ausfälle einiger Akteure konnten in der Rückrunde nicht verkraftet werden. Der Abstieg warf die Fußballer in ein tiefes Loch. Der "Durchmarsch" durch die B-Klasse (heutige A-Liga) kündigte sich an und wurde Ende der Saison 1956/57 mit dem Abstieg in die unterste Spielklasse Wirklichkeit. Aber noch konnte man sich damit nicht abfinden und tatsächlich glückte in der Verbandsrunde 1957/58 der Wiederaufstieg, nachdem eine tolle Rückrunde gespielt worden war. Unter den Trainern Hermann Steiner und Gottfried Bauerfeind hatte man in der Saison 1960/61 den Aufstieg in die A-Klasse mit mehreren Punkten Vorsprung Mitte der Rückrunde greifbar vor Augen, scheiterte aber letztlich an der TSG Tübingen. Am Ende der Verbandsrunde 1964/65 musste man als Schlusslicht wieder in die unterste Spielklasse abrücken. Für die vielen vorhandenen Fußballfans der Gemeinde brach keine gute Zeit an... Aber noch war nicht aller Tage Abend! Nach einer längeren Durststrecke in der C-Klasse hatte sich die Fußballmannschaft des TSV den Wiederaufstieg in die angestammte B-Klasse ins Visier genommen; schließlich ging es auch um die treuen Fußballfreunde in der Gemeinde. Mit der Verpflichtung von Eberhard Haustein war der richtige Mann gefunden worden, der als Trainer in der Lage war, um den erfahrenen Spielführer Herbert Armbruster eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Zwar ging in der Runde 1969/70 nach einem Blitzstart ( 10:0 Punkte und 25:1 Tore) nach und nach die Luft aus, so dass es schließlich nur zum 7. Platz reichte. Nägel mit Köpfen machte die Härten-Elf dann aber in der Saison 1970/71. Die in den Jahren zuvor kontinuierlich betriebene Jugendarbeit hatte Früchte getragen, so dass mit Heinz Aicheler, Herbert Kehrer und Dietmar Nerz gleich drei Nachwuchstalente als Stammspieler in das bestehende Team eingebaut werden konnten. Konditionell stark, spielerisch intakt und im Angriff schwungvoll wurde Hürde um Hürde aus dem Weg geräumt. Am Ende der Verbandsrunde lautete die stolze Bilanz nach 26 Punktespielen: 48:4 Punkte bei 108:14 Toren. Als Schützen konnten sich Eckhard Frahm und Hans Grauer mit 35 bzw. 31 erzielten Treffern auszeichnen, doch gebührt der gesamten Mannschaft für die gezeigten Leistungen ein Sonderlob. Leider hielt der Schwung nach dem Aufstieg nicht allzulange an, den nach dem 8. Platz in der Saison 1971/72 begann bereits wieder der Kampf gegen den Abstieg, der in der Verbandsrunde 1974/75 verloren ging. Als Schlusslicht musste die Mannschaft wieder einmal die Bitternis des Abstiegs hinnehmen und da sie danach auseinanderfiel, war erneut ein längerer Verbleib in der untersten Spielklasse zu befürchten.
Meistermannschaft von 1970/71
Hintere Reihe: Vorstand Gerhard Ott, Hans Grauer, Oswald Kaiser, Erwin Stanka, Franz Sieber, Anton Gerber, Winfried Hetzel, Dietmar Nerz, Spielführer Herbert Armbruster, Trainer Eberhard Haustein
Vordere Reihe: Rudi Lüdtke, Heinz Aicheler, Albert Ott, Aldo Bernstein, Herbert Kehrer
Die Abgänge von Spielern wie Wolfgang Narr (SSV Reutlingen), Haydar Can (SV Nehren), Henry und Rainer Ott (TSV Pliezhausen) sowie Siegfried Krauß (aktive Laufbahn beendet) konnte die Mannschaft einfach nicht kompensieren und war in der C-Klasse nur noch Mittelmaß.
Ein Lichtblick war erst wieder in der Saison 1990/91 zu verzeichnen, als Henry Ott zum TSV zurückkehrte. Er wirkte als Spielertrainer mit, sorgte für die Wende und begann mit dem Neuaufbau der Mannschaft. Uber einen 9. Platz zu Beginn seiner Tätigkeit wurde in der Saison 1991/92 bereits der 5. Rang erreicht und ein Jahr später wurde die Elf unter 14 Mannschaften Dritter. Nun wurden alle Blicke auf die Saison 1993/94 gerichtet. Beim Schreiben dieser Zeilen (April 1994) war die Mannschaft noch ungeschlagen und hatte gute Aussichten im Jubiläumsjahr das angestrebte Ziel, Aufstieg in die A-Liga, zu schaffen.
l. Mannschaft Saison 1993/94
Saison 1993/94
Hintere Reihe: Vorstand Michael Sauter, Spartenleiter Reinhold Strecker, Andreas Will, Markus Lontzek, Haydar Can, Michael Schneck, Axel Breitmaier, Spielführer Joachim Lontzek, Spielertrainer Henry Ott, Abteilungsleiter Jochen Reiff.
Vordere Reihe: Frank Briel, Martin Kaiser, Freddy Basler, Wolfgang Narr, Andreas Waiblinger, Steffen Braun, Ömer Demir.
 
Chronik
1894Vereinsgründung
1927Wiederauferstehung Fußball
1938/39Meister Kreisklasse
1939-452. Weltkrieg (kein Spielbetrieb)
1946/47Scheitern in Relegation
1952/53Meister Kreisklasse
1953/54Abstieg in B-Klasse
1956/57Abstieg in C-Klasse
1957Bau Sportheim
1957/58Meister C-Klasse
1964/65Abstieg in C-Klasse
1970/71Meister C-Klasse
1974/75Abstieg in C-Klasse
1978 (?)Neubau Hartplatz
1986 (?)Neubau Rasenplatz
1998 (?)Umbau Hart- in Rasenplatz
1995/96Aufstieg in Kreisliga A
 

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Letzte Aktualisierung: 08. März 2004